Anonyme Domains – Pornoseiten bleiben inkognito

Feb 6th, 2008 | By | Category: Webkonzepte

Gerade als Betreiber von Webseiten mit erotischem Inhalt, möchte man oft nicht, dass jeder Surfer über eine Whois-Abfrage die eigene Identität aufdecken kann. Die Who-Is-Datenbank verrät nämlich jedem, der es wissen möchte, die persönlichen Daten eines Domaininhabers bzw. Erotikwebmasters. Mit einer Firefox-Erweiterung wie „Search Status“ bekommt der neugierige Besucher die Daten sogar ganz bequem per Mausklick.
Das kann durchaus zu unangenehmen Situationen führen: „Hey Kollege, ich hab mir gestern deine Titten-Seite angeschaut“. Oder: „Deine Tipps zum Analsex fand ich sehr hilfreich“.

Betreiber von Politischen oder sonst wie kritischen Webseiten haben ebenfalls Interesse daran, anonym zu bleiben. Doch dieses Bedürfnis kann auch auf den Webmaster einer „ganz harmlosen“ Domain zutreffen. Denn: Mit den persönlichen Daten aus der Whois-Abfrage kann viel Schabernack getrieben werden. Sei es eine Spam-Flut an die angegebene E-Mail-Adresse, Internetbestellungen auf den eigenen Namen oder gar ein Stalker vor der Haustür.

Hier mal ein Beispiel, was die Whois-DB so alles ausplaudert:

[Holder]
Type: ORG
Name: Google Inc.
Address: 1600 Amphitheatre Parkway
Pcode: 94043
City: Mountain View
Country: US
Changed: 2006-09-05T17:05:45+02:00

[Admin-C]
Type: PERSON
Name: Lena Tangermann
Organisation: Google Germany GmbH
Address: ABC-Strasse 19
Pcode: 20354
City: Hamburg
Country: DE
Changed: 2006-09-05T17:05:46+02:00

[Tech-C]
Type: PERSON
Name: Google Inc.
Address: Google Inc.
Address: 1600 Amphitheatre Parkway
Pcode: 94043
City: Mountain View
Country: US
Phone: +1-6503300100
Fax: +1-6506188571
Email: zensiert@goldarsch.com
Changed: 2005-05-19T18:02:06+02:00

Zum Glück gibt es inzwischen eine Lösung dafür: Anonyme Domains!
Zahlreiche (vor allem ausländische) Webhoster bieten eine so genannte „Whois Protection“. Das bedeutet, dass bei der Domainregistrierung Fake-Daten, oder die Daten des Webhosters angegeben werden. Für den neugierigen Surfer sieht das in der Whois-Abfrage dann folgendermaßen aus:

Domain Name: goldarsch.com
Registrar: GODADDY.COM, INC.
Whois Server: whois.godaddy.com
Referral URL: http://registrar.godaddy.com
Name Server: NS09.DOMAINCONTROL.COM
Name Server: NS10.DOMAINCONTROL.COM
Status: clientRenewProhibited
Status: clientTransferProhibited
Status: clientUpdateProhibited
Status: clientDeleteProhibited
Updated Date: 25-jan-2008
Creation Date: 24-jan-2007
Expiration Date: 24-jan-2009

Kein Name, keine Adresse, kein gar nichts. Die korrekten privaten Informationen hat nur der Webhoster, und der gibt sie nicht so ohne weiteres raus. Für mich eine sehr schöne Lösung.
Ein bekannter Anbieter für solche anonymen Domains ist z. B. Godaddy.com, ich persönlich bin dort sehr zufrieden.

Manch ein deutscher Erotikwebmaster nutzt diese scheinbar sichere Anonymität sogar zur Umgehung des gültigen Jugendschutzes oder sonstiger Gesetze.
Aber Vorsicht: Der Webhoster gibt die persönlichen Daten natürlich in einigen Fällen raus. Spätestens wenn der Staatsanwalt vor der Tür steht ist es wohl vorbei mit der Whois-Protektion.
Außerdem: Eine Anonyme Domainregistrierung entbindet natürlich nicht von der Impressums-Pflicht sofern anwendbar, zumindest wenn es sich um eine Webseite aus Deutschland handelt. Für .de Domains gibt es meines Wissen sowieso keine anonyme Möglichkeit, die Denic (Registrierungsbehörde für .de-Domains) ist da ziemlich zimperlich.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte muss sich bei den .to-Domains umschauen. Diese Internetadressen gibt es wirklich absolut anonym. Sogar die Bezahlung erfolgt bei entsprechenden Anbietern z. B. per Moneybrockers oder Westernunion, so weiß selbst der Webhoster nicht, wer der Inhaber der fragwürdigen Domain ist. Besonders Filsharing-Seiten wie torrent.to nutzen diese völlige Anonymität für ihr Angebot. In solch einem Fall zeigt die Whois-Abfrage nur

Fehler: z.Zt. kein Whois möglich!

Auch der Staat hat dann kaum eine Möglichkeit, den Inhaber zu ermitteln.

Eine weitere Möglichkeit der Anonymität als Domaininhaber ist ein „Trustservice“. Man bezahlt also jemanden, um dessen Daten fürs Whois anzugeben. Auch diesen Service kann man inzwischen bei einigen Agenturen im Web käuflich erwerben, wobei das auch mit risiken verbunden ist. Was wenn der Strohmann plötzlich selbst Anspruch auf die Domain erhebt oder diese Verkauft? Es wird einem schwer fallen nachzuweisen, dass er kein Anrecht darauf hat.

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16 comments
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  1. Oder man meldet sich bei einem Maildrop Service an und trägt die Adresse als Inhaber ein.

  2. Ja, auch eine Möglichkeit. Wobei das dann unter Fake-Daten fällt und somit natürlich nicht so ganz legal ist… 😉
    Außerdem birgt diese Variante die gleichen Risiken wie der Trustservice: Du hast keine Garantie die Kontrolle über deine Domain zu behalten.

  3. Hallo,

    ich bin bei http://www.karaboga.net davor wollte ich zu godaddy.com und hatte gelesen dass diese anonymisierungs Dienste wie godaddy die dann über domainsbyproxy.com laufen nicht sicher wären. Wenn nun ein Anwalt weiss das ein deutscher hinter der Seite steckt schickt er ein Fax an domainsbyproxy.com und die tragen sofort die orginal Daten in den Whois rein ohne den Kunden zu informieren. Ich selbst habe Erotikseiten un dkein Bock auf FA oder Abmahnungen. Daher solltest du das nochmals überdenken. Mediaon hat auch eine deutsche Seite unter http://www.mediaon.de

    Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen das die auch wirklich anonym hosten kann. Den godaddy.com ist alles andere als sicher.

  4. LOL nur super schlaue. FA bekommt dich durch Deinen Zahlungsabwickler. Immer bei Payseiten nicht vergessen. Selbst wenn die Domain anonym ist. Ich mache eine Testbuchung als „Kunde“ und schon ist Ende. Der Weg des Geldes ist nachvollziehbar. Es gab letztes Jahr bei einem Partnerprogramm das Problem das FA rückte mit Grünen an und Durchsuchte Unterlagen PCs usw. um Ärger zu vermeiden und nicht selbst ins Visir zu rücken, gab der Contentgeber allle Daten zum Contentnehmer heraus!!!!!!

    Also was nützt mir eine anonym. Domain, wenn Das Geld zu mir führt!

    Sicher ist es bei einer anony. Domain schon erforderlich mehr zutun um herauszufinden wer dahinter steckt. Aber der Clearingabwickler also jedes Paymentsystem wird Preisgeben wo die Kohle hinwandert!

    Soviel zum Thema FA.

    Nur super schlaue hier!

  5. zuSatz:

    Glaub mir jeder Contentgeber,lässt den Kleinen Contentnehmer über die Klinke springen bevor er springen muss.

  6. genau das Payment ist das Problem… da hilft nur eine Steueroase . Kennt Ihr noch andere Möglichkeiten der Paymentabwicklung, damit das FA nicht geil wird?

  7. Raus aus Stasiland? ;-))

    Firma im Ausland gruenden?

    Keine Geschaefte mit Leuten wie Hotjessi machen, die Dich aus Langeweile oder Neid melden?

    Am besten nach wie vor: Raus aus Stasiland (Deutschland)…

  8. Damit du hast du Recht, raus aus Deutschland. Aber warum sind wir noch hier? Die Frauen sind in Südamerika sowieso besser 😉

  9. Warum Du noch da bist? Kein Plan… ich bin schon ne ganze Weile weg 😉

  10. Wie bist du echt in Südamerika? Du Glückspilz

  11. Wenn ja, sag mal wie hast du das gemacht? Was arbeitest du da drüben? ich plane auch langsam den Ausstieg

  12. Hallo,

    darum sollte man sich bei Partnerprogrammen/Biller mit einer Maildrop-Adresse anmelden !!!
    Beim Webmaster-Club http://www.de6.org – erhält man gleiche mehrere Adressen – zur Anmeldung zu Partnerprogrammen und zum anonymen registrieren von Domains.

  13. Oder einfach gruendlich ne Firma im Ausland gruenden… 😉

    Denn nicht alle Maildrops sind auch zuverlaessig, geschweigedenn vertrauenswuerdig.

    Ich persoenlich wuerde im Leben nicht in all meine PP accounts etc. den Namen und Adresse eines anderen setzen – wenn der naemlich mal blank ist dauerts nicht lange bis eMail und Bankdaten samt Passwort auch geaendert sind.

  14. Bei http://www.mediaon.org kannst du per Post zahlen somit hast du das Problem gelöst. Ich würde aber niemals eine Firma wegen einer Internetseite gründen das wäre so als wenn ich 2 Strassen weiter per Flugzeug fliegen möchte.

  15. Ich für meinen bin ebenfalls bei http://www.mediaon.com habe anonym per Post bezahlt, hat alles wunderbar geklappt. Gleichzeitig wollte ich unbedingt diesen Virtual Office Service nutzen und es ins Impressum auf meinen Seiten einsetzen. Der Service von Mediaon reagiert schnell und kompetent. Dufte ist auch das ich auf deutsch schreiben kann da mein englisch nicht besonders gut ist.

  16. ich bin ebenfalls seit knapp 6 monaten bei mediaon und bin glücklich einen provider im ausland gefunden zu haben die auch deutsch verstehen. zu mediaon bin ich über meinen urlaub in der türkei gekommen da lagen flyer in antalya im hotel in deutscher sprache. ich fand das alles sehr interessant was da stand bezüglich abmahnungen etc. so kam das eine auf das andere und nun bin ich seit sommer letztes jahres da kunde.

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